Komplett ausgestattete Arbeitsplatzrechner beherrschten jahrzehntelang die IT-Landschaften rund um den Globus. Aus Kostengründen und wegen der einfachen Handhabung erobern die schlanken Thin Clients immer mehr Unternehmen und Behörden. Ob sich eine Einführung im Detail lohnt, können Sie erst entscheiden, wenn Sie die genauen Einsatzbereiche der schlanken Rechner sowie deren Stärken und Schwächen kennen.

Blades und virtuelle Desktops

Ein Thin Client kann als virtueller Desktop fungieren. Dieser wird im Rechenzentrum virtualisiert und auf dem Client nur aufgerufen. Bei dieser Server-basierenden Form der Computernutzung wird die Verbindung durch sogenannte Connection Broker hergestellt. Angelehnt an die ehemaligen Datensichtstationen während der Hochzeiten der Großrechner in den 1980er sowie frühen 1990er Jahren dienen die Thin Clients als Ein- und Ausgabegeräte für die zentral auf den Terminalservern laufenden Applikationen.
Ein Blade-PC bietet eine Variante zu dieser zentralen Anwendungsbearbeitung. Dabei greifen die Anwender über ihre Thin Clients auf zentrale Workstations im Rechenzentrum oder einem anderen Ort zu. Diese Blade-Rechner werden dann nur von wenigen Usern gleichzeitig genutzt. Dadurch können auch CPU-intensive Applikationen wie Grafikprogramme über Thin Clients abgewickelt werden.

Webbasierte Anwendungen und temporär geladene Betriebssysteme

Ein schlanker Arbeitsrechner kann zudem als universelles Benutzergerät für webbasierte Anwendungen fungieren oder über VPN-Verbindungen im Rahmen der Heimarbeit („Home Office“) auf die Applikationen des Unternehmens zugreifen. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass u.a. die Web-Versionen von Office-Applikationen einen deutlich geringeren Funktionsumfang haben, als es bei den installierten Produkten der Fall sein würde.
Ein Thin Client ist außerdem als Rechner geeignet, der sein Betriebssystem temporär lädt. Bei diesem sogenannten „OS-Streaming“ wird das System in Echtzeit zuzüglich aller notwendigen Applikationen und Treiber in temporäre Bereiche auf dem Computer übertragen. Während die Anwendungen lokal auf dem Rechner ausgeführt werden, dienen die Server hauptsächlich als Speichermedien.

Thin Clients machen Sinn, wenn Sie es wollen

Der Schritt zu einer IT-Struktur mit Thin Clients ist groß, da es sich um einen völlig anderen Ansatz handelt. Die Vorteile eines solchen Verfahrens liegen in den verschiedenen Einsatzmöglichkeiten. Vom Benutzergerät für webbasierte Anwendungen über den Einsatz als Blade-PC oder virtuellen Desktop bis hin zu „gestreamten“ Betriebssystemen und modernen Datensichtstationen für Großrechnerumgebungen ist die Palette der Möglichkeiten enorm. Die Kosten für die Wartung der Arbeitsplatzrechner sowie den Virenschutz werden minimiert. Auf der anderen Seite muss in die Serverinfrastruktur investiert werden, um die geforderten Dienste auch leisten zu können.

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